FAQ

Wer ist von der Grundqualifikation bzw. Weiterbildung betroffen?

Betroffen sind alle Lenker/innen von Kraftfahrzeugen für die gewerbsmäßige Beförderung von Personen (Führerscheinklasse D) und/oder Gütern (Führerscheinklassen C und C1), sofern es sich bei der Beförderung um die Hauptbeschäftigung der Lenkerin bzw. des Lenkers handelt.

Ab wann ist die Regelung relevant?

Im Bereich des Personenverkehrs (Führerscheinklasse D) ist die Regelung ab 10. September 2008 und im Bereich des Güterverkehrs (Führerscheinklassen C und C1) ab 10. September 2009 relevant.

Wer ist von der Grundqualifikation bzw. Weiterbildung nicht betroffen?

Nicht betroffen sind Lenker/innen von Kraftfahrzeugen

  • deren zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht über 45 km/h liegt
  • die von Streitkräften, dem Katastrophenschutz, der Feuerwehr und den für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zuständigen Kräften eingesetzt werden
  • die zum Zweck der technischen Entwicklung, zu Reperatur- oder Wartungszwecken Prüfungen auf der Straße unterzogen werden
  • die noch nicht in Betrieb genommen sind; z.B. bei Überstellungsfahrten durch Mechaniker oder Verkäufer
  • die in Notfällen oder für Rettungsaufgaben eingesetzt werden
  • die im Rahmen der Lehrberufsausbildung zum Berufskraftfahrer innerhalb Österreichs eingesetzt werden
  • die beim Fahrtunterricht zum Erwerb einer Lenkberechtigung eingesetzt werden

zur Beförderung von Material und/oder Ausrüstung, das die Lenkerin bzw. der Lenker zur Ausübung seines Berufes verwendet, sofern es sich beim Lenken des Fahrzeugs nicht um die Hauptbeschäftigung des Fahrers handelt.

Wer darf Weiterbildungskurse anbieten?

Die Durchführung der Weiterbildungskurse darf nur von ermächtigten Weiterbildungsstätten durchgeführt werden. Dies sind z.B. die WIFIs, ausgewählte Fahrschulen, der ÖAMTC, die BFIs, der ARBÖ, LKW-Hersteller (z.B. Volvo Truck Center in Tribuswinkel, Pucking und Unterpremstetten), usw.

Eine österreichweite Liste an Weiterbildungsstätten ist derzeit noch nicht verfügbar. (siehe dazu Länderspezifische Informationen).

Wie kann eine Ermächtigung zur Weiterbildungsstätte erlangt werden?

Eine Ermächtigung zur Weiterbildungsstätte kann durch einen Antrag an die Landesregierung des jeweiligen Bundeslandes erwirkt werden.

Was muss der jeweilige Fahrer nachweisen?

Es ist die Fahrerqualifizierung nachzuweisen. Diese ist folgendermaßen zu erlangen:

Wenn die erstmalige Erteilung des Führerscheins vor dem 9. September 2008 (Führerschein D) bzw. vor dem 9. September 2009 (Führerschein C und/oder C1) erfolgt ist, dann muss keine Grundqualifikationsprüfung, aber die Weiterbildung absolviert werden.

Wenn die erstmalige Erteilung des Führerscheins nach dem 9. September 2008 (D) bzw. nach dem 9. September 2009 (C, C1) erfolgt ist, dann muss sowohl die Grundqualifikationsprüfung als auch die Weiterbildung absolviert werden.

Wie wird die Fahrerqualifizierung bescheinigt?

Nach Vorlage des Prüfungszeugnisses über die positive Absolvierung der Grundqualifikationsprüfung oder nach Vorlage des Nachweises über die Ablegung der erforderlichen Weiterbildungsmaßnahmen wird der Gemeinschaftscode „95“ neben der Führerscheinklasse (mit dem Ablauf der Frist für die nächste Weiterbildung) eingetragen; z.B.: D 95.01.11.2013.

Woraus besteht die Grundqualifikationsprüfung?

Die Grundqualifikationsprüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil.

Die Theoretische Prüfung dauert insgesamt 4 Stunden und 30 Minuten und besteht aus der Beantwortung von Multiple-Choice-Fragen, der Erörterung von Praxissituationen und einem Mündlichen Prüfungsteil. Die Theoretische Prüfung ist teilweise mündlich und teilweise schriftlich, muss vor einer Prüfungskommission abgelegt werden und die Prüfungssprache ist ausschließlich deutsch.

Die Praktische Prüfung dauert 1 Stunde und 30 Minuten und umfasst das Fahren wie in der Praxis, wobei auf das Rationelle Fahrverhalten sowie die Einhaltung der Verkehrssicherheit besonderes Augenmerk gelegt wird.

Wie läuft die Theoretische Prüfung ab!

Der Ablauf der Theoretischen Prüfung ist derzeit österreichweit uneinheitlich (siehe dazu: Länderspezifische Informationen).

Welche Inhalte werden bei der Theoretischen Prüfung abgeprüft?

Im Rahmen der Theoretischen Prüfung werden folgende Inhalte abgeprüft:

  • Verbesserung des rationellen Fahrverhaltens
  • Optimierung des Kraftstoffverbrauchs
  • Gewährleistung der Sicherheit und des Komforts der Fahrgäste bzw. der Ladung
  • Arbeits- und sozialrechtliche Vorschriften
  • Gesundheit, Verkehrs- und Umweltsicherheit, Dienstleistung, Logistik
  • Wirtschaftliches Umfeld des Verkehrsmarktes

Wie läuft die Praktische Prüfung ab?

Die Praktische Prüfung wird österreichweit einheitlich durchgefuhrt. Dabei stehen 2 Varianten zur Verfügung: im Rahmen des Führerscheinregimes (d.h. gemeinsam mit der Führerscheinprüfung)

Wenn die Praktische Prüfung zur Grundqualifikation gemeinsam mit der Führerscheinprüfung durchgeführt wird, dann muss die Prüfungskandidatin bzw. der Prüfungskandidat zuerst 45 Minuten lang dieFührerscheinprüfung absolvieren und darauf aufbauend zusätzliche 45 Minuten für die Grundqualifikation erledigen. Der Fristenlauf ist im Führerscheinregime auch deutlich vorteilhafter (2 Wochen gegenüber 6 Wochen).

Sie ist im Rahmen der GWVO (d.h. Führerschein- und Grundqualifikationsprüfung werden getrennt abgehalten)

Wenn die Praktische Prüfung zur Grundqualifikation unabhängig von der Führerscheinprüfung absolviert wird, dann muss die Prüfungskandidatin bzw. der Prüfungskandidat 90 Minuten die Grundqualifikationsprüfung durchführen.

Welche Anmeldemodalitäten sind für die Ablegung der Grundqualifikationsprüfung zu beachten?

Die Anmeldung zur Grundqualifikationsprüfung muss spätestens 6 Wochen vor dem festgelegten Prüfungstermin schriftlich  bei der jeweiligen Landesregierung (siehe Länderspezifische Informationen) eingebracht werden. Das Bundesland kann dabei frei gewählt werden.

Welche Unterlagen sind der Anmeldung zur Grundqualifikationsprüfung beizubringen?

Österreichischen Staatsbürger/innen müssen jedenfalls einen Nachweis des Namens sowie Dokumente zum Nachweis der Staatsbürgerschaft beibringen, EU-Bürger müssen eine Urkunde zum Nachweis des österreichischen Wohnsitzes beibringen und Drittstaatsangehörige müssen den Nachweis eines aufrechten Arbeitsverhältnisses oder den Nachweis über den Aufenthaltstitel, der den Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt ermöglicht, erbringen.

Eventuell sind Unterlagen zur Anrechnung bzw. Unterlagen zur Ermäßigung der Prüfungsgebühr beizubringen.

Wo werden die Prüfungstermine veröffentlicht?

Im Internet werden die Termine auf den jeweiligen Seiten der Landesregierungen (siehe Länderspezifische Informationen) bzw. auf www.fachverband-bus.at und auf www.dietransporteure.at.

In den Landesamtblättern des jeweiligen Bundeslandes bzw. in den Mitteilungsblättern der Landes-Wirtschaftskammern werden die Prüfungstermine ebenfalls veröffentlicht.

Wie erfolgt die Verständigung über den Prüfungstermin?

Die Verständigung über den tatsächlichen Prüfungstermin der Grundqualifikationsprüfung erfolgt spätestens 3 Wochen vor dem Prüfungstermin schriftlich durch die jeweilige Landesregierung. Dabei werden die Zeit und der Ort der Prüfung, Unterlagen und Hilfsmittel, die verwendet werden dürfen, die Höhe der Prüfungsgebühr und eventuell die Anrechnung der Sachgebiete bekannt gegeben.

Welche Anrechnungsmöglichkeiten gibt es bei der Grundqualifikationsprüfung?

Folgende Anrechnungsmöglichkeiten bestehen derzeit:

Die abgeschlossene Lehrabschlussprüfung ersetzt die Grundqualifikationsprüfung zur Gänze.

  • Der Befähigungsnachweis Personenkraftverkehr ersetzt die einschlägigen Inhalte der –Grundqualifikationsprüfung.
  • Der Befähigungsnachweis Güterkraftverkehr ersetzt die einschlägigen Inhalte der –Grundqualifikationsprüfung.
  • Die Ausweitung Güter- auf Personenverkehr (oder umgekehrt) ersetzt die allgemeinen Inhalte der -Grundqualifikationsprüfung.

Wie hoch ist die Prüfungsgebühr?

Die Prüfungsgebühr liegt zwischen € 260,– und € 270,– (siehe dazu Länderspezifische Informationen). Die Prüfungsgebühr kann herabgesetzt werden, und zwar aus den beiden folgenden Gründen: Aus sozialen Gründen oder bei Wiederholungsprüfungen.

Bei Wiederholungsprüfungen werden für die bereits positiv abgelegten Prüfungsteile Verringerungen der

Prüfungsgebühr festgesetzt, und zwar für den positiv abgelegten Multiple-Choice-Teil 10 %, für den positiv abgelegten Teil der Praxissituationen 10 %, für den positiv abgelegten Teil des Mündlichen Prüfungsteils 40 % und für die positiv abgelegte Praktische Prüfung ebenfalls 40 %.

Wie und wann wird das Püfungsergebnis mitgeteilt?

Das Prüfungsergebnis wird spätestens 1 Woche nach dem Prüfungstermin bekannt gegeben. Bei positiver Erledigung der Grundqualifikationsprüfung wird ein Prüfungszeugnis ausgestellt.

Müssen die Prüfungskandidat/innen einen Vorbereitungskurs für die Grundqualifikationsprüfung besuchen?

Nein. Die Vorbereitung auf die Grundqualifikationsprufung ist gesetzlich nicht geregelt.

Wie viele Weiterbildungskurse müssen besucht werden?

In einem Zeitraum von 5 Jahren müssen Weiterbildungskurse im Ausmaße von 35 Stunden besucht werden. Die Weiterbildungsmodule müssen mindestens 7 Stunden umfassen; d.h. es müssen in 5 Jahren mindestens 5 Kurse zu je 7 Stunden besucht werden. Weiterbildungskurse, die kürzer als 7 Stunden dauern, werden nicht angerechnet!

Von diesen 35 Stunden sind 28 Stunden thematisch vorgegeben (siehe nächste Frage), die fehlenden 7 Stunden können spezielle Weiterbildungskurse darstellen. Diese müssen aber auch von ermächtigten Stellen angeboten werden.

In welchen Sachgebieten muss man sich weiterbilden?

In folgenden Sachgebieten müssen sich die Lenker/innen weiterbilden:

  • Verbesserung des rationellen Fahrverhaltens – 7 Stunden
  • Optimierung des Kraftstoffverbrauchs – 7 Stunden
  • Gewährleistung der Sicherheit der Ladung (C, C1) oder Gewährleistung der Sicherheit und des Komforts der Fahrgäste (D) – 5 Stunden
  • Kenntnis der sozialrechtlichen Rahmenbedingungen – 4 Stunden
  • Kenntnis der Vorschriften für den Güterkraftverkehr (C, C1) oder für den Personenkraftverkehr (D) – 1 Stunde
  • Gesundheit, Verkehrs- und Umweltsicherheit, Diensleistung, Logistik – 3 Stunden
  • Kenntnis des wirtschaftlichen Umfelds – 1 Stunde

Muss die Weiterbildung auch praktische Elemente umfassen?

Nein. Die gesamte Weiterbildung kann auch in rein theoretischen Kursen durchgeführt werden.

In welcher zeitlichen Abfolge muss man sich weiterbilden?

Gesetzlich gibt es dafür keine Regelungen; d.h. es können alle Weiterbildungskurse im ersten oder letzten Jahr absolviert werden, genauso können diese aber auch auf den gesamten Zeitraum aufgeteilt werden.

Grundlage: WKO – Transport/Verkehr

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